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über die Aktion Stromkasten in der Umsetzung und über den Mut, kreativ zu sein.

 Zwiegespräch mit Astrid Halfmann, Inhaberin eines Grafikbüros, Künstlerin und Grafikdesignerin aus Dortmund

Astrid Halfmann war neben Cornelia Bothe, Jugendamt Dortmund, maßgeblich an der Organisation und Umsetzung der Aktion Stromkasten in der Lanstroper Siedlung beteiligt. Frau Halfmann war die Ideengeberin für jeden der sechs verschiedenen Workshops. Eine Herausforderung, da sich jeder Workshop voneinander unterscheiden sollte - in der Umsetzung und im Motiv.

Bereits im letzten Jahr war die Idee ausgesprochen, die leeren Stromkästen in der Siedlung zu gestalten. Im Februar 2015 fand die erste interne Abstimmung mit Frau Bothe, Astrid Halfmann und Vertretern der Organisationen bzw. Lanstroper Einrichtungen statt.

Das Jugendamt und Frau Halfmann haben bereits bei den verschiedensten Kunstprojekten in der Stadt gemeinsame Erfahrungen in der Zusammenarbeit sammeln können.

Astrid Halfmann und Carola Poerschke haben sich über das Projekt „Aktion Stromkasten“ unterhalten. Anbei ein Zwiegespräch:

CP:
Es ist nicht Ihr erstes Projekt dieser Art. Was fasziniert Sie daran?

AH:
Das Besondere an diesen Kunstprojekten ist die Frage, wie Kunst soziale Gefüge und Menschen zusammenbringen kann. Es bringen sich in diesen Projekten immer spezifische Bedürfnisse mit ein, die zum Ausdruck kommen wollen.

CP:
Bei diesem Projekt haben Sie mit sechs verschiedenen Organisationen gearbeitet, die an sich bereits eine unterschiedliche Motivation haben, zusammen zu sein. Nun ging es darum, gemeinsam kreativ zu sein. Das erachte ich als eine Herausforderung, die wunderbar gelungen ist.

AH:
Kunst erscheint eine dafür geeignete Kommunikationsform zu sein. Kunst ist in dem Fall unpolitisch, neutral und gibt Raum. Dazu kommt die Frage, was kann Kunst bewirken? Auch bei diesem Projekt hat sich in der Umsetzung bestätigt: Kunst ist zusammenbringend. Kunst ist harmonisierend. Kunst ist Motivation. Es findet eine Öffnung statt und eine unmittelbare Wertschätzung der Beteiligten.

CP:
Es ist insbesondere der Prozess des Entstehens, der zusammenbringt und die gemeinsame Erfahrung, gemeinsam etwas zu schaffen, an dem alle Beteiligte, aber auch die Nutzer Ihre Freude haben. Keiner weiß vorher, was am Ende herauskommt. Es ist der Prozess, der Alt und Jung, Kindergartenkinder, Jugendliche und Erwachsene zusammen gebracht hat. Das erachte ich für die Lanstroper Siedlung für besonders wertvoll. Vielleicht hätte ich sogar erwartet, dass dies gar nicht so gut gelingt, da es hier in der Siedlung auch recht viele kritische Stimmen gibt.

AH:
Es ist dabei besonders wichtig, die eigene Wertigkeit zu erkennen. Es gehört Mut dazu, an solch einem Projekt teilzunehmen, welches am Ende auch noch in der Öffentlichkeit ausgestellt wird.

CP:
An was denken Sie dabei?

AH:
Kunst ist immer wertfrei. Niemand darf den Anderen kritisieren. Dabei sollte die Information, die nach außen geht, aber ehrlich und authentisch sein. Dies ist manchmal auch ein Lern- und Erfahrungsprozess. Bei Kunst darf sich niemand unter Druck gesetzt fühlen und es sollte Raum entstehen für ein neues Gemeinschaftsgefühl.

CP:
Ich hatte beim Anschauen der Ergebnisse durchaus das Gefühl, dass Ihnen das gelungen ist. Sie hatten für jeden der sechs Workshops unterschiedliche Grundideen, die von den Teilnehmern sehr engagiert und zum Teil eigenwillig umgesetzt wurden. Die Umsetzung ist individuell und kein Entwurf gleicht einem Anderen. In allen sechs Entwürfen wurde eine eigene Sprache gesprochen und eine eigene Information nach außen gegeben. Das ist ein großartiges Ergebnis.

AH:
Kunst steckt in Jedem von uns. Es gilt, diesen Anteil in uns zu fördern, dem Raum zu geben. Mut zu sich selbst und seiner eigenen Phantasie war bei keinem der sechs Workshops ein Problem. Jeder Workshop hatte eine spezifische Umsetzung und Auseinandersetzung mit dem Thema. Das Thema war ja auch die Siedlung und die Umgebung von Lanstrop. Was zeichnet mein Umfeld aus, woran habe ich Freude und was sind meine Träume? Es hatte etwas mit der eigenen Identität zu tun bekommen und dem Einbringen von dem, was ich kann. Auch mal albern sein, dabei sein, gemeinsam etwas erlebt zu haben, was man sich auch noch in ein paar Jahren anschauen kann. Das hatte Nachhall für alle Beteiligten, auch für mich.

CP:
Dabei haben Sie sich mehr im Hintergrund aufgehalten. Das ist auch eine Art Kunst als Künstlerin, als Mentorin „nur“ zu vermitteln.

AH:
Ich bin ganz bewusst in den Hintergrund getreten und habe am Ende mehr oder weniger zusammengefügt, was bereits gestaltet wurde. So ist im Ergebnis jeden Workshops etwas sehr Eigenes entstanden, mit einem eigenen, besonderen Wert.

CP:
Ich schaue mir nach wie vor jeden einzelnen Stromkasten immer wieder gern an. Die vorher so grauen Teile sind plötzlich integrierter Bestandteil der Siedlung, haben etwas zu sagen und vermitteln etwas, von dem kommunalen Leben in der Siedlung. Ich freue mich sehr darüber, dass Sie und Frau Bothe uns dabei Ihre Erfahrung, Ihre Unterstützung und Zeit zur Verfügung gestellt haben. Vielen Dank!

An dieser Stelle bedankt sich die WBG Lanstrop sehr herzlich bei allen Teilnehmern und den Organisatoren für die Umsetzung eines interessanten Projektes in der Siedlung!

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